Mayas Geschichte ist etwas länger… wir versuchen sie in gekürzter Form hier wieder zu geben.

 

Wir wurden Ende April 2017 um Vermittlungshilfe gebeten für eine 11 Monate alte Bully-Hündin: Maya. Zu Maya war nicht viel bekannt. Sie käme aus schlechten Verhältnissen und wurde von einem großherzigen jungen Paar gerettet. Die beiden können sie aber nicht behalten, haben sie aber nun 8 Wochen aufgepeppelt und nun soll sie eine Familie bekommen. 

Schnell war eine perfekt erscheinende Mama gefunden. Alles war fest abgesprochen und der Ausweis bereits überprüft… etwas kam uns dann aber komisch vor.

Wir entschieden Maya nicht unkastriert abzugeben. Eigentlich sollte sie nur für 3 Tage bei Manuela bleiben und dann persönlich von uns ins neue Zuhause gebracht werden. Aber nun entschieden wir uns um, das würde uns Zeit geben, die neue Mama kennen zu lernen. Sie war begeistert, dass Maya von uns kastriert würde. Am nächsten Tag holten wir Maya ab… ab da war nichts mehr von der neuen Mama zu hören. Aber wir erfuhren, dass sie sich überstürzt zwei unkastrierte Hündinnen zu ihren unkastrierten Rüden geholt hatte. Wir waren entsetzt. Maya saß bereits bei Manu im Auto. Natürlich würden wir sie nun nicht fallen lassen und so entschied Manuela, dass Maya erst einmal bei ihr auf Pflegestelle bleibt.

Wir dachten zu diesem Zeitpunkt noch, eine zwar schüchterne, aber doch offene Hündin übernommen zu haben. Die ganze Wahrheit erschloss sich uns Stück für Stück, auch dank des guten Kontakts zu ihren Rettern, die uns dann mehr über sie erzählten. Und wie dankbar sind wir heute, dass sich die Adoption zerschlagen hat... Maya ist derzeit nicht vermittelbar!

So lebte Maya ohne jegliche Fürsorge 9 Monate lang bei einer Person, die sie oft tagelang unbetreut alleine ließ. Maya fraß aus Verzweiflung und Hunger sogar Teppich. Sie machte in die Wohnung. Dafür bekam sie dann Prügel mit Plastikflaschen und wahrscheinlich noch anderen Gegenständen. Und das zeigte Maya auch. Als sie erst einmal bei Manu angekommen war, erschloss sich uns langsam, Stück für Stück, Stunde um Stunde, der volle Umfang ihrer Traumatisierung. Maya kennt nichts! Sie schreit schon, wenn sie einen Besen sieht. Sie weiß nicht, wie man spielt oder kuschelt. Sie hat Angst vor jeglichem Geräusch, fasste zum Glück aber schnell ein recht verzweifeltes Vertrauen zu Manuela und Mario.

Therapeuten sind für sie auch die Bullys der Beiden. Thysen ist Mayas Beschützer und in seiner Nähe schläft sie sogar fast entspannt… die ersten Nächte schrie sie im Schlaf. Wir haben sie gleich in der Tierklinik durchchecken lassen, aber organisch ist alles ok. Ihre Probleme sind psychisch…

Und Hope bringt ihr bei, wie man spielt und das Leben genießt.

Aber Maya hat noch einen langen Weg vor sich. Sie muss nun mit ihren 11 Monaten alles lernen, was normaler Weise ein Welpe lernen sollte. Dass sie Menschen trauen kann, dass nicht alle böse zu ihr sind, dass das Leben schön sein kann. Ob Maya jemals vermittelbar sein wird, entscheiden wir in den nächsten Monaten. Sollte unsere Einschätzung sagen, dass sie dann erneut psychisch zusammenbricht, wird sie nicht vermittelt. Erst einmal muss sie nun aber heilen.

 

Maya ist zwar ein Vereinshund, hat bisher aber keine aktuellen Baustellen. Sie wird von uns geimpft, gechippt und kastriert. Unsere hauptsächliche Unterstützung für Maya ist aber nicht materieller Natur. Sie bekommt nun erst einmal Schutz, Fürsorge und Liebe. Und dann sehen wir weiter…