Heldenmama gesucht!!!

Ich bin so ein hübscher Kerl!! Meine Lebensfreude ist so riesengroß.......

Ich bin wie ein ungeschliffener Diamant...... Wo ist die Hundemama die mich liebevoll in die Richtung bringt..

Dieses bezaubernde Video schickte uns seine Pflegemama vor ein paar Tagen. Richard fängt nun langsam an zu spielen und erlebt so auch endlich mal positiven "Stress". Kann also mal den Kopf ausschalten und einfach nur fröhlich sein. Für ihn ein Schritt mit Siebenmeilenstiefeln!


Richard ist jetzt 3 Jahre alt. Er wurde in Rumänien geboren und dort auf der Strasse umherirrend von einem örtlichen Verein aufgegriffen.

Richard ist von Geburt an blind. Und er ist schwer traumatisiert. Niemand weiß, was er erlebt hat, aber es wird nichts Gutes gewesen sein. 

Dieser Verein suchte nun nach einem Zuhause für Richard und wir wurden auf ihn hingewiesen. Blind und traumatisiert hat er es natürlich ausgenommen schwer.

Wir halten uns vom Auslandstierschutz eigentlich fern. Nicht weil wir dagegen sind, sondern einfach, weil wir uns um die Tiere hier vor Ort kümmern möchten. Aber Richard hat uns sehr bewegt. Und so adoptierten wir ihn und holten ihn nach Deutschland. Hier ist er nun bei einer sehr lieben Vereinsfreundin untergebracht und wird gut versorgt. Wir haben ihn eingehend untersuchen lassen und bis auf die Blindheit und derzeit noch Herzwürmer, scheint er sehr gesund. Psychisch ist das natürlich anders.

Genau deswegen suchen wir händeringend nach Richards Mama! Er muss endlich ankommen, Ruhe und Vertrauen erfahren und anfangen, sein erfahrenes Trauma zu verarbeiten.


Richards Charakter

Ganz Bully, würde er sich wohl am liebsten bei Mama vor Brust und Bauch kletten und so den Rest seines Lebens verbringen. Bullys sind ja schon extrem, was das Alleinsein und die Nähe zu ihren Menschen angeht. Aber Richard hat halt wirklich nichts anderes momentan. Und er sehnt sich unendlich nach Liebe und Zärtlichkeit. Und die gibt er auch bedingungslos.

 

Er ist der weltgrößte Schmuser! Gibt Küsschen, spielt ganz bezaubernd mit den Händen seiner Pflegemama und genießt den Körperkontakt über alle Maßen. Das ist es auch, was er momentan erst einmal am meisten braucht.

 

Er scheint von Männern misshandelt worden zu sein. Bei Männern wird er sehr panisch und teils auch eher aggressiv. Ist in seinem neuen Zuhause ein Mann, bedeutet dies also, dass er sanft an ihn gewöhnt werden muss. Er soll sehr gerne erfahren, dass es sehr viel mehr ganz wundervolle, liebevolle Männer, als die bösen gibt. Aber natürlich braucht dies sehr wahrscheinlich Zeit und Geduld.

 

Ganz auf sein Gehör und Geruchssinn angewiesen, regt er sich sehr schnell auf, wenn etwas unerwartetes passiert. Hier fehlt ihm Erfahrung und Sicherheit in großem Maße und er wird wahrscheinlich einige Zeit lang nicht "funktionieren" und immer mal wieder panisch werden.

 

Wir wissen natürlich  nicht, was er mit anderen Tieren erlebt hat. Da unklar ist, wie lange er auf der Strasse in Rumänien zugebracht hat, können wir hier auch nur mutmaßen… aber Strassenhunde können schon sehr kompromisslos sein. Erkennen sie ein fremdes, krankes Tier, welches eventuell dem Rudel schaden könnte, wird es vertrieben oder sogar getötet. Es ist also durchaus denkbar, dass er von Strassenhunden schwer gemobbt wurde. Auf jeden Fall reagiert er massiv auf andere Tiere. Er wird hochaggressiv. Sogar der Geruch anderer anwesender Tiere lässt ihn in totale Aufregung verfallen. Er ist hier mit jeglichem anderen Tier absolut unverträglich.


Richards Gesundheit

Wir haben Richard eingehend von der Tierklinik Gießen untersuchen lassen. 

 

Richard hat eine permanente Kopfschiefhaltung und dreht sich im Kreis. Hier stand ein neurologisches Problem im Raum. Er hat derzeit Herzwürmer, wird aber bereits behandelt und geht im Februar zur abschließenden Behandlung noch einmal ein paar Tage stationär nach Gießen. Dann sollte dies endgültig ausgestanden sein. Und er ist blind. Hier war unklar, ob dies durch Misshandlung kam.

In Gießen machten wir u.a. einen MRT des Kopfes und untersuchten sein Hirnwasser. Sein Herz und seine Augen wurden eingehend von einem Spezialisten untersucht und er wurde komplett durchgecheckt.

 

Das Gehirn zeigte keinerlei strukturelle Auffälligkeiten. Er hat keinen Tumor und keine nachhaltigen Verletzungen. Auch ein Kontrastmittel zeigte nirgends eine Anreicherung. Es gibt dort also keinen Anhaltspunkt für seine neurologischen Symptome. Das ist erst einmal ein sehr gutes Ergebnis, stellt uns natürlich aber auch vor einige Fragen. Es wurde Hinwasser entnommen und auch hier sind keinerlei Auffälligkeiten. 

 

Er scheint nicht durch Schläge erblindet zu sein, wie zuerst angenommen wurde. Sondern die Ärzte meinen aufgrund des MRTs und der Untersuchung durch den Augenspezialisten, dass dies angeboren ist. Auf dem rechten Auge war z.B. keine Linse erkennbar. Der Augeninnendruck ist aber vollkommen ok, so dass man sagen kann, sie sind in Anbetracht der Fehlentwicklung sonst gesund. 

 

Beide Mittelohren sind leicht gefüllt. Dort erkannten sie aber keinen akuten Handlungsbedarf. Eventuell ist auch dies ein "normales" Problem der Brachyzephalen mit verengten Gehörgängen und gestörtem Abfluss. Es gibt dort keine entzündlichen Prozesse.

 

Seine Kopfschiefhaltung könnte eine Folge eines Vestibularsyndroms sein, dies ist aber nur eine Vermutung. Es könnte auch psychischer Stress sein. Auch dafür gibt es keine physische Erklärung.

Die Internisten haben sein Herz genau untersucht und es ist wirklich schwer befallen von Herzwürmern. Aber hier ist eine konservative Behandlung mit Medikamenten vollkommen ausreichend. Er bekommt das entsprechende Medikament für 8 Wochen und geht dann noch einmal nach Gießen für eine abschließende Behandlung.

 

So ist also seine gesundheitlich Situation derzeit. Seine Atmung, war auch in Anbetracht der Rasse, nicht besonders erwähnenswert und wir haben Grund zur Hoffnung, dass er hier keine Behandlung brauchen wird. Auch ist er, was seinen Rücken angeht, bisher komplett unauffällig. Was natürlich für beides keine lebenslange Garantie gibt, aber so erst einmal ein sehr guter Stand für einen dreijährigen Bully ist.

 

Allergien scheint er nicht zu haben. Zumindest ist seiner Pflegemama dort bisher nichts aufgefallen.


Wen oder Was braucht Richard?

Wir suchen für Richard wirklich eine Mama. Er liebt Frauen und vertraut hier sehr schnell. 

 

Wir stellen uns folgende Lebenssituation vor: sein Mensch ist z.B. eine alleinlebende Frau mittleren Alters, eine von Zuhause arbeitende Frau, ein weibliches Paar. Auch ein Paar, bei dem nur die Frau oder eine der Frauen ganztags Zuhause ist. Wichtig ist, dass es keine kleinen Kinder im Haus gibt und ganz sicher auch keine mehr dazu kommen. Mit der Aktivität von Kindern kommt Richard nicht klar. Die Geräusche und schnellen Bewegungen, die mitunter große Begeisterung von Kindern, überfordern ihn maßlos und er regt sich sehr auf.

  

Richard möchte seinen Menschen immer bei sich haben. Unsere Wunschvorstellung ist also wirklich jemand, der Richard zu seinem Lebensinhalt macht. Der, so weit möglich, wirklich 24 Stunden bei ihm ist. Gerade in der Anfangszeit wird dies wirklich notwendig sein. Wahrscheinlich wird er später auch lernen können, mal ein oder zwei Stunden allein zu sein. Aber dies können wir nicht garantieren und momentan ist dies wirklich  nicht möglich. 

 

Er braucht eine sehr ruhige, strukturierte Umgebung. Also auch ein Zuhause, welches nicht laufend neu umgeräumt wird oder in dem viele Kleinigkeiten auf dem Boden stehen. Wird er nicht berührt oder direkt angesprochen, dreht er sich unkontrolliert im Kreis und läuft einfach los. Er ist vollkommen schutz- und orientierungslos und läuft mit vollem Tempo überall gegen. Dies ist natürlich für seine Augen ein extremes Verletzungsrisiko und hier wird er Schutz benötigen.

 

Ruhig muss sein Zuhause aber auch sein, was Geräusche und Atmosphäre angeht. Also eine ruhige Wohngegend. Gibt es Nachbarn im Haus, dann welche, die eher ruhig und wirklich angenehm mit zu leben sind. Sein Haus sollte ebenerdig sein und einen Garten haben. Oder eine Wohnung eben im Erdgeschoss liegen mit kleinem Garten angeschlossen. Kein Stadtlärm, möglichst keine Schule oder ein Kindergarten direkt nebenan. Ein Nachbar mit vielen Hunden oder vielleicht auch nur einem, könnten für ihn wahrscheinlich auch problematisch werden. 

  

Es dürfen absolut keine anderen Tiere im Haushalt leben. Wir werden hier keine Experimente eingehen, ob es nicht irgendwann vielleicht doch klappt! Wir haben hier einen wirklich schwerst traumatisierten Hund und für ihn wäre es ein emotionaler Super-GAU, wenn er nun in ein neues Zuhause kommt und dies nach ein paar Wochen wieder verlassen muss, weil klar ist, dass es doch nicht mit anderen Tieren klappt. Er muss sich ja schon von seiner Pflegemama trennen. Und auch dies, wird ihn wahrscheinlich psychisch erst einmal wieder einbrechen lassen. Dies soll er, wenn er jetzt umzieht, danach nie wieder erleben müssen.

 

Soviel zu den äußeren Lebensbedingungen, die schon einen hohen Anspruch stellen. Aber fast noch viel wichtiger, sind die Qualitäten seines neuen Menschen. Richard braucht einen sehr gelassenen, in sich ruhenden, zutiefst liebevollen Menschen. Jemanden, der sich gerne voll auf seinen Hund einstellen möchte und der für ihn auch gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen würde. Er braucht aufgrund seines Traumas jemanden, der sich gerne auch mit Verhaltenspsychologie beschäftigt und der selbst einen leichten Zugang zu psychischen Themen hat und sich sehr gerne damit beschäftigt.

Erfahrungsgemäß ändert sich das Verhalten von Tierschutzhunden noch einmal in vielen Bereichen, wenn sie erst einmal angekommen sind und sich sicher fühlen. Was das nun in Verbindung mit Richards Trauma bedeutet, ist absolut nicht abzusehen. Dies muss sich seine Mama sehr bewusst machen und bereit sein, mit ihm da durch alles durch zu gehen.

 

Es ist denkbar, dass er ankommt und komplett unauffällig und der lustigste und tollste kleine Kerl der Welt ist. Es ist aber genauso denkbar, dass er mit einmal, scheinbar grundlos, hoch aggressiv wird und nach vorne geht und wirklich verletzen will. Dies sind die beiden Extreme und dazwischen ist alles denkbar. Das muss seine Mama wissen und dies auch bereit sein, mit ihm durch zu stehen. Niemand weiß, was oder wer ihn triggern und ein vielleicht panisches oder aggressives Verhalten auslösen könnte. Hier muss seine Mama souverän und gefasst bleiben und instinktiv richtig reagieren.

 

Wir werden für Richard einen Verhaltenstherapeuten suchen und ihn anschauen lassen. Und wenn er es benötigt, bekommt Richard regelmäßige Therapiestunden mit ihm, was für Richards Mama natürlich bedeutet, dies voll mitzumachen. Sie sollte also sehr verantwortungsbewusst und konsequent sein und ein aufgestelltes Therapieprogramm und eventuelle Übungen mit ihm auch wirklich zuverlässig durchführen.


Die vertragliche Situation

Richard bleibt lebenslang ein Vereinshund! So lange es uns gibt, bleibt er unser Hund und wir kümmern uns um seine gesundheitlichen Belange. Das bedeutet, seine Mama ist so etwas wie eine lebenslange Pflegestelle. Aber sie soll sich als Mama fühlen. Richard ist ihr Baby! Nur wenn es um seine Gesundheit geht, sind wir halt an ihrer Seite. Tierarzt geschieht in Absprache mit uns und natürlich übernehmen wir dies auch finanziell. Natürlich wird es eine Regelung für Notfälle geben. Aber an diese Regelungen muss sich auch gehalten werden. Das ist das einzige, wo seine Mama in ihrer Entscheidungsfreiheit beschränkt ist, aber sie soll uns als Partner sehen, die nur das allerbeste für Richard wollen! Alle anderen Entscheidungen stehen ihr vollkommen frei und sie darf sie, im besten Sinne für Richard fällen. Sie wird die Spezialistin sein, wenn es um ihn und seine Bedürfnisse geht und wir möchten uns da vollkommen auf ihre Empfehlung verlassen.

 

Was seine Blindheit angeht, so braucht er Training, um mehr Sicherheit im Leben zu erlangen und auch eine gewisse Eigenständigkeit zu erlernen. Hier sind wir zu vielem bereit, was wir auch finanziell unterstützen würden. So ist z.B. denkbar für Richard einen „Halo for Paws“ zu erwerben und zu gucken, ob ihm dies die Orientierung erleichtern würde. Aber auch für andere Ideen sind wir offen. Seine Mama wird ein Gefühl dafür bekommen, was ihm helfen und er akzeptieren könnte und wir gehen da auf ihre Empfehlung ein.

 

 

Wir planen nicht, den Verein irgendwann aufzugeben. Aber niemand weiß, was die Zukunft bringt. Und so sollte seine Mama insoweit finanziell stabil situiert sein, dass sie ihn im äußersten Notfall auch komplett allein versorgen könnte. Also die Versicherung übernehmen könnte und ihn auch gesundheitlich versorgen kann, wenn es notwendig wird. Es wird sicherlich Freunde unseres Vereins geben, die für Richard eine Patenschaft übernehmen und ihn mit notwendigen Kleinigkeiten versorgen oder finanziell dauerhaft unterstützen. So etwas kann man in solchen Fällen auch unter gewissen Voraussetzungen, privat annehmen. Aber es ist natürlich nicht garantiert, dass die Paten an seiner Seite bleiben, sollte es keinen Verein mehr geben. Dies möchten wir nur der Vollständigkeit halber erwähnen. Wir sind immer für vollkommene und schonungslose Ehrlichkeit! Aber wir hoffen, dass es uns noch viele, viele Jahre gibt und das ist auch, was wir anstreben und wofür wir kämpfen!


Du bist Richards Mama?

Nach all dem glaubst Du nun, dass Du Richards Mama bist? Dann schreibe uns oder rufe Manuela an. Erzähle uns von Dir und Deiner Lebenssituation. Und natürlich kannst Du Richard, in Absprache mit seiner Pflegemama, jederzeit kennen lernen. Er lebt derzeit in 32120 Hiddenhausen.

 

Schicke uns eine Mail und erzähle von Dir: knautschnasen-hilfe@gmx.de

 

Oder rufe direkt Manuela an unter 0170/ 541 88 33.

 

Wir freuen uns darauf, Dich kennen zu lernen!


Du möchtest bei der Suche helfen?

Du möchtest uns bei der Suche nach Richards Mama unterstützen? Du könntest unseren Such-Flyer z.B. bei Deinem Tierarzt aufhängen oder bei Deiner Hundeschule. Das wäre eine große Unterstützung!

Hier kannst Du Dir seinen Flyer herunter laden.

Unseren Flyer gibt es in zwei Varianten. Eine knallbunte und eine etwas ruhigere. Suche Dir einfach die aus, die Dir besser gefällt!